Kreisschützenbund Olpe e.V.
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16.07.2007 19:26

 

 
Geschichte
 

bis 1923

Geschichte bis 1923:

Die Geschichte der Schützenvereinigungen reicht im heutigen Gebiet des Kreises Olpe schon sehr weit zurück. So verbinden die Schützengesellschaft Attendorn sowie die Schützen aus Olpe ihre Gründungsdaten mit der Verleihung der Stadtrechte 1222 bzw. 1311. Urkundlich belegbar sind für Attendorn das Jahr 1473 und für Olpe aus anderen historischen Quellen das erste Viertel des 16. Jahrhunderts, wobei aber bereits im Jahre 1460 in Olpe ein Preisschießen stattgefunden haben soll. Solche Preisschießen ("frey Schießenspiell") werden in Urkunden und Akten des 16. und 17. Jahrhunderts in Südwestfalen wiederholt erwähnt.
Aus dem Jahre 1582 wird von einem großen Schützentreffen in Olpe berichtet, an dem Schützen aus Siegen, Attendorn, Olpe, Drolshagen, Wenden, Valbert, Meinerzhagen und Rhode teilnahmen. Sollte dies schon als Vorläufer des Sauerländer Schützenbundes angesehen werden? -zumindest waren dies bereits Treffen mit einem für damalige Verhältnisse großem Einzugsgebiet.
Auch im Pfarrarchiv Kirchhundem wird bereits im Jahre 1609 von Schützenvereinigungen aus Bilstein, Saalhausen und Meggen berichtet.
Im Laufe des 17. Jahrhunderts schwand dann durch verschiedene politische und gesellschaftliche Einflüsse die Bedeutung der Schützenvereinigungen. Erst in der preußischen Zeit ab 1816 erfuhr das Schützenwesen eine Neubelebung.
Im Gebiet des heutigen Kreises Olpe wurden die ersten Schützenvereine der preußischen Zeit bereits 1818 gegründet, und zwar in den damals noch zum Kreis Eslohe, später Meschede gehörenden Orten Lenhausen, Schönholthausen und Serkenrode.
Anfang des Jahres 1923 erreichte das politische und wirtschaftliche Chaos in Deutschland seinen Höhepunkt. Die Wirtschaft brach zusammen. Not und Hunger breiteten sich aus, während der Wert des Geldes ins Uferlose sank.
In einer so schwierigen Zeit lud der Schützenhauptmann von Attendorn, Franz Schürmann, am 12. Mai 1923 Vorstandsmitglieder aus allen Schützenvereinigungen des Kreises Olpe nach Finnentrop ein, um eine Neugestaltung des Schützenwesens herbeizuführen. 30 von 54 bis dato bekannten Vereinen nahmen an der kurzfristig einberufenen Versammlung teil. Man wurde sich schnell darüber einig, dass es notwendig sei, dem Schützenvereinsniveau eine ordnungsfähige Grundlage zu geben und erklärte sich willens, Entartungserscheinungen und Auswüchse bei den Volksfesten wirksam zu bekämpfen. Zur Vorbereitung der Gründung eines Schützenbundes für den Kreis Olpe wurde ein entsprechender Ausschuß gebildet.
Über die eigentliche Gründung konnte bisher kein Protokoll gefunden werden, aber im "Sauerländischen Volksblatt" vom 05.07.1923 wird zur Gründungsversammlung des Schützenbundes für den Kreis Olpe für Sonntag, 08. Juli, nachmittags 2 1/z Uhr nach Biggemann in Finnentrop eingeladen. Einen weiteren wichtigen Hinweis liefert ein Bericht in der selben Zeitung vom 13.03.1925, der über eine Delegiertenversammlung informiert, die am 08. März 1925 in Finnentrop getagt hat. Die Zeitungsmeldung beginnt mit: " der am 08. Juli 1923 gegründete Schützenbund des Kreises Olpe..." Es kann daher davon ausgegangen werden, dass der "Schützenbund für den Kreis Olpe" am 08. Juli 1923 im Hotel Biggemann in Finnentrop gegründet wurde. Neben dem Vorstand gab es schon damals den Beirat, der wie heute die Kommunen des Kreises Olpe vertrat.

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1923 - 1945

1923 - 1945:

Schon in § 1 der bei der Gründung beschlossenen Satzung wurde vermerkt, dass der Bund den Zweck habe, den Zusammenschluß sämtlicher Schützengesellschaften des ehemaligen kurkölnischen Sauerlandes anzustreben.
Im jungen Schützenbund für den Kreis Olpe fand bereits das Bundesschießen am 28. August 1927 in Altenhundem großen Anklang. Der Vormittag stand ganz im Zeichen der Kreisdelegiertenversammlung . Im Rahmen dieser Versammlung wurde der Vorschlag gemacht, alle drei Jahre ein Kreisbundesschützenfest abzuhalten, das dazu beitragen sollte, Gegensätze aller Art zu überbrücken, einigend und versöhnend zu wirken, Heimatsitte und -brauch zu pflegen.
Neben zahlreichen sonstigen Diskussionsthemen wurde auch ein interessanter Punkt beleuchtet: "...Besonderes Augenmerk ist der weiblichen Mode zu widmen, Kein Schützenbruder darf es weiter dulden, dass diese soweit entartet, dass man die ganze weibliche Kleidung bequem in einer Rocktasche unterbringen kann... ."
Auf dem Bundesdelegiertentag am 19. August 1928 in Heggen wurde ein in Gemeinschaft mit dem Sauerländer Heimatbund verfasster Aufruf "Auf dem Wege zu einem Sauerländer Schützenbund" bekannt gegeben und diskutiert. Die Wirkungen dieses Aufrufes sollten auf dem nächsten Delegiertentag besprochen werden. Ausführlich wurde dann auf der Bundesdelegiertentagung am 30. Mai 1929 im Hotel Biggemann in Finnentrop über die Verhandlungen in Gemeinschaft mit dem Sauerländer Heimatbund berichtet, den Zusammenschluß mit den übrigen sauerländischen Kreisen herbeizuführen. Hieran nahmen auch Vereine der Kreise Arnsberg, Brilon und Meschede teil, die aus diesen Gesprächen wertvolle Informationen für ihre Arbeit bekamen.
In den Jahren des Nationalsozialismus kam auch im Kreis Olpe das althergebrachte Vereinsleben zum Stillstand . Das politische Gebaren der neuen Machthaber, dem sich alles unterzuordnen hatte, trat an die Stelle traditioneller Werte früherer Zeiten. Mit der Auflösung der Schützenvereine und deren Verbände am 01. Januar 1937 verliefen die Geschehnisse bis 1945 ausschließlich nach den Spielregeln der NSDAP.

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nach 1945

nach 1945:

In der Nachkriegszeit kamen die Vereinsaktivitäten erst allmählich wieder in Gang, so dass die Vereine auch die Wiederbelebung der Dachorganisation ins Auge fassten. Am 19. Mai 1951 fand im Hotel Biggemann in Finnentrop unter Federführung des Vorsitzenden des St. Sebastianus Schützenvereins Olpe, Major Herbert Hesse, die Neugründungsversammlung des Schützenbundes statt, zu der 28 Vereine gekommen waren, wobei 23 zur Wiederbegründung spontan bereit waren.
Der Wiederbeitritt zum Sauerländer Schützenbund ließ allerdings noch auf sich warten, da zuvor noch Meinungsverschiedenheiten hinsichtlich der Satzung ausgeräumt werden mussten. Erst am 19. März 1955 stand dieser Entscheid im Hotel Rauch in Attendorn auf der Tagesordnung und wurde positiv beschieden.
Ab dem Jahre 1962 wurde der Schießsport im Kreis Olpe offiziell in den Kreisschützenbund integriert. Erste Kreismeisterschaften wurden im Jahre 1966 durchgeführt.
Im Jahre 1965 wurde dem Kreisschützenbund Olpe das Vertrauen des Sauerländer Schützenbundes durch die Vergabe des 5. Bundesschützenfestes an den St. Sebastianus-Schützenverein Olpe ausgesprochen.
Erstes Bundeskönigspaar aus dem Bereich des Kreisschützenbundes Olpe wurden im Jahre 1974 beim 9. Bundesschützenfest in Anröchte Anton und Hertha Schmelter vom Schützenverein Oberhundem.
Im Jahre 1980 fand dann auch das 11. Bundesschützenfest in Olpe statt. Der Reigen der im Bereich des Kreisschützenbundes Olpe gefeierten Bundesschützenfeste wird zur Zeit durch das 17. Bundesschützenfest im Jahre 1998 in Altenhundem geschlossen.
Beim 18. Bundesschützenfest in Schmallenberg (2001) errang Jürgen Stahl aus Rüblinghausen die Bundesschützenkönigswürde. Zur Königin erkor er seine Frau Elisabeth.
Nach bereits seit Beginn der 70er Jahre geführten Diskussionen und einem entsprechenden Beschluß 1979 fand 1981 dann auch das erste Kreisschützenfest des Kreisschützenbundes Olpe statt, das danach zu einer regelmäßigen und traditionellen Großveranstaltung wurde.

Beim Kreisschützenfest 1994 wurde erstmals auch ein Kreis-Jungschützenkönig ermittelt, was fortan zum geordneten Ablauf eines jeden Kreisschützenfestes gehört.

Im Jahre 1998 wurde eine Kreisjungschützenabteilung gegründet, der ein Kreisjungschützensprecher vorsteht.
Neben den hier bereits genannten Dingen wurden durch die Kreisvorstände der letzten Jahre einige Neuerungen im Kreisschützenbund Olpe angeregt und umgesetzt.
So findet seit 1993 alle drei Jahre eine gemeinsame Kreisschützenwallfahrt aller Schützenvereinigungen des Kreises Olpe statt. Diese wird im Wechsel vom Bezirksverband Wenden des Bundes der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften und dem KSB Olpe durchgeführt. Ebenso wurden Kontakte mit dem Oberbergischen Schützenbund geknüpft und ausgebaut.
Im Jahre 1996 wurde für den Kreisschützenbund Olpe ein neues Wappen erstellt. 1997 wurde eine Standarte angeschafft, was im Vereinsleben ob der Seltenheit dieses Ereignisses immer einen besonderen Punkt darstellt.

Im Jahre 1998 wurde vom Kreisschützenbund Olpe neben den Auszeichnungsmöglichkeiten des SSB auch eine eigene Auszeichnung in Form eines gestickten Bildes mit dem Wappen des Kreisschützenbundes Olpe und einer dazu gehörenden Bandschnalle eingeführt. Diese Auszeichnung kann auch an Personen verliehen werden, die sich - ohne selbst Schützen zu sein - um das Schützenwesen im Kreis Olpe verdient gemacht haben. Das Wappenbild sowie die Bandschnalle wurden vom damaligen Landrat des Kreises Olpe, Hanspeter Klein als Zeichen für seine auch private Verbundenheit zum Schützenwesen im Kreis Olpe gestiftet. Sie gilt als die höchste im Kreisschützenbund Olpe zu verleihende Auszeichnung.
Ebenfalls im Jahre 1998 konnte der Kreisschützenbund auf sein 75jähriges Bestehen zurückblicken und beging dieses Jubiläum am Samstag, 24. Oktober 1998 in Lenhausen unter Beteiligung zahlreicher Ehrengäste und Gastvereine.
In der Pfarrkirche Lenhausen zelebrierte der Bundespräses ein Festhochamt an dem 59 Fahnenabordnungen teilnahmen. Am abendlichen Festkommers nahmen über 800 Schützen teil, darunter viele Vertreter aus Politik und Gesellschaft. Der Landrat dankte dem KSB Olpe in besonderer Weise durch die Überreichung eines Fahnenbandes.

Um Größe und Bedeutung des Kreisschützenbundes Olpe auch nach außen einen größeren Ausdruck zu verleihen, wurden weiterhin auch andere repräsentative Zeichen geschaffen. So wurden z. B. die Kreiskönigskette und die Kreisjungschützenkönigskette umgearbeitet und neugestaltet, eine Ehrenurkunde des Kreisschützenbundes sowie der Kreiskönigsorden neu entworfen.

Um auch den Jungschützen eine bessere Mitgestaltungsmöglichkeit zu geben, sind seit der Satzungsänderung des Jahres 2003 Kreisjungschützenkönig und Jungschützensprecher stimmberechtigte Beiratsmitglieder .

Während des Bestehens des Kreisschützenbundes Olpe waren bisher für dessen Geschicke als Kreisobersten verantwortlich:

1923 - 1927 Franz Schürmann, Attendorn
1927 - 1937 Gottfried Beule, Foerde-Grevenbrück
1937 - 1945 Walter Müller, Olpe
1945 - 1951 keine Amtsbesetzung
1951 - 1959 Rudolf Rettig, Grevenbrück
1959 - 1975 Willi Kemmerich, Attendorn
1975 - 1983 Karl Mertens, Maumke
1983 - 1992 Manfred Schröder, Olpe
1992 - 1999 Herbert Hesener, Heggen
1999 - 2007 Karl-Heinz Reuber, Iseringhausen
seit 2007 Martin Tillmann, Bilstein

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Quellenangaben

Quellenangaben:

Ausführlich können Sie die Geschichte des KSB nachlesen in

Chronik des Kreisschützenbundes Olpe e.V. 1923 - 1998
- Zur Geschichte des Schützenwesens im südlichen Sauerland -
herausgegeben vom Kreisschützenbund Olpe e.V. im Oktober 1998
aus Anlass des 75jährigen Jubiläums,
zusammengestellt von Herbert Hesener

Diese Broschüre können Sie per E-Mail unter service@kreisschuetzenbund-olpe.de oder beim Kreisschatzmeister Matthias Baumeister (siehe Kontakt) zum Preis von 5 EURO (€) plus Versandkosten bestellen.

Obiger Text entstammt im Wesentlichen dieser Chronik, insbesondere den Texten von Günther Becker ("Zur älteren Geschichte des heimischen Schützenwesens") und Herbert Hesener ("Der Schützenbund des Kreises Olpe").

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