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Geschichte bis 1923:
Die Geschichte der Schützenvereinigungen reicht im heutigen Gebiet
des Kreises Olpe schon sehr weit zurück. So verbinden die Schützengesellschaft
Attendorn sowie die Schützen aus Olpe ihre Gründungsdaten mit
der Verleihung der Stadtrechte 1222 bzw. 1311. Urkundlich belegbar sind
für Attendorn das Jahr 1473 und für Olpe aus anderen historischen
Quellen das erste Viertel des 16. Jahrhunderts, wobei aber bereits im
Jahre 1460 in Olpe ein Preisschießen stattgefunden haben soll. Solche
Preisschießen ("frey Schießenspiell") werden in
Urkunden und Akten des 16. und 17. Jahrhunderts in Südwestfalen wiederholt
erwähnt.
Aus dem Jahre 1582 wird von einem großen Schützentreffen in
Olpe berichtet, an dem Schützen aus Siegen, Attendorn, Olpe, Drolshagen,
Wenden, Valbert, Meinerzhagen und Rhode teilnahmen. Sollte dies schon
als Vorläufer des Sauerländer Schützenbundes angesehen
werden? -zumindest waren dies bereits Treffen mit einem für damalige
Verhältnisse großem Einzugsgebiet.
Auch im Pfarrarchiv Kirchhundem wird bereits im Jahre 1609 von Schützenvereinigungen
aus Bilstein, Saalhausen und Meggen berichtet.
Im Laufe des 17. Jahrhunderts schwand dann durch verschiedene politische
und gesellschaftliche Einflüsse die Bedeutung der Schützenvereinigungen.
Erst in der preußischen Zeit ab 1816 erfuhr das Schützenwesen
eine Neubelebung.
Im Gebiet des heutigen Kreises Olpe wurden die ersten Schützenvereine
der preußischen Zeit bereits 1818 gegründet, und zwar in den
damals noch zum Kreis Eslohe, später Meschede gehörenden Orten
Lenhausen, Schönholthausen und Serkenrode.
Anfang des Jahres 1923 erreichte das politische und wirtschaftliche Chaos
in Deutschland seinen Höhepunkt. Die Wirtschaft brach zusammen. Not
und Hunger breiteten sich aus, während der Wert des Geldes ins Uferlose
sank.
In einer so schwierigen Zeit lud der Schützenhauptmann von Attendorn,
Franz Schürmann, am 12. Mai 1923 Vorstandsmitglieder aus allen Schützenvereinigungen
des Kreises Olpe nach Finnentrop ein, um eine Neugestaltung des Schützenwesens
herbeizuführen. 30 von 54 bis dato bekannten Vereinen nahmen an der
kurzfristig einberufenen Versammlung teil. Man wurde sich schnell darüber
einig, dass es notwendig sei, dem Schützenvereinsniveau eine ordnungsfähige
Grundlage zu geben und erklärte sich willens, Entartungserscheinungen
und Auswüchse bei den Volksfesten wirksam zu bekämpfen. Zur
Vorbereitung der Gründung eines Schützenbundes für den
Kreis Olpe wurde ein entsprechender Ausschuß gebildet.
Über die eigentliche Gründung konnte bisher kein Protokoll gefunden
werden, aber im "Sauerländischen Volksblatt" vom 05.07.1923
wird zur Gründungsversammlung des Schützenbundes für den
Kreis Olpe für Sonntag, 08. Juli, nachmittags 2 1/z Uhr nach Biggemann
in Finnentrop eingeladen. Einen weiteren wichtigen Hinweis liefert ein
Bericht in der selben Zeitung vom 13.03.1925, der über eine Delegiertenversammlung
informiert, die am 08. März 1925 in Finnentrop getagt hat. Die Zeitungsmeldung
beginnt mit: " der am 08. Juli 1923 gegründete Schützenbund
des Kreises Olpe..." Es kann daher davon ausgegangen werden, dass
der "Schützenbund für den Kreis Olpe" am 08. Juli
1923 im Hotel Biggemann in Finnentrop gegründet wurde. Neben dem
Vorstand gab es schon damals den Beirat, der wie heute die Kommunen des
Kreises Olpe vertrat.
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1923 - 1945:
Schon in § 1 der bei der Gründung beschlossenen Satzung wurde
vermerkt, dass der Bund den Zweck habe, den Zusammenschluß sämtlicher
Schützengesellschaften des ehemaligen kurkölnischen Sauerlandes
anzustreben.
Im jungen Schützenbund für den Kreis Olpe fand bereits das Bundesschießen
am 28. August 1927 in Altenhundem großen Anklang. Der Vormittag
stand ganz im Zeichen der Kreisdelegiertenversammlung . Im Rahmen dieser
Versammlung wurde der Vorschlag gemacht, alle drei Jahre ein Kreisbundesschützenfest
abzuhalten, das dazu beitragen sollte, Gegensätze aller Art zu überbrücken,
einigend und versöhnend zu wirken, Heimatsitte und -brauch zu pflegen.
Neben zahlreichen sonstigen Diskussionsthemen wurde auch ein interessanter
Punkt beleuchtet: "...Besonderes Augenmerk ist der weiblichen Mode
zu widmen, Kein Schützenbruder darf es weiter dulden, dass diese
soweit entartet, dass man die ganze weibliche Kleidung bequem in einer
Rocktasche unterbringen kann... ."
Auf dem Bundesdelegiertentag am 19. August 1928 in Heggen wurde ein in
Gemeinschaft mit dem Sauerländer Heimatbund verfasster Aufruf "Auf
dem Wege zu einem Sauerländer Schützenbund" bekannt gegeben
und diskutiert. Die Wirkungen dieses Aufrufes sollten auf dem nächsten
Delegiertentag besprochen werden. Ausführlich wurde dann auf der
Bundesdelegiertentagung am 30. Mai 1929 im Hotel Biggemann in Finnentrop
über die Verhandlungen in Gemeinschaft mit dem Sauerländer Heimatbund
berichtet, den Zusammenschluß mit den übrigen sauerländischen
Kreisen herbeizuführen. Hieran nahmen auch Vereine der Kreise Arnsberg,
Brilon und Meschede teil, die aus diesen Gesprächen wertvolle Informationen
für ihre Arbeit bekamen.
In den Jahren des Nationalsozialismus kam auch im Kreis Olpe das althergebrachte
Vereinsleben zum Stillstand . Das politische Gebaren der neuen Machthaber,
dem sich alles unterzuordnen hatte, trat an die Stelle traditioneller
Werte früherer Zeiten. Mit der Auflösung der Schützenvereine
und deren Verbände am 01. Januar 1937 verliefen die Geschehnisse
bis 1945 ausschließlich nach den Spielregeln der NSDAP.
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nach 1945:
In der Nachkriegszeit kamen die Vereinsaktivitäten erst allmählich
wieder in Gang, so dass die Vereine auch die Wiederbelebung der Dachorganisation
ins Auge fassten. Am 19. Mai 1951 fand im Hotel Biggemann in Finnentrop
unter Federführung des Vorsitzenden des St. Sebastianus Schützenvereins
Olpe, Major Herbert Hesse, die Neugründungsversammlung des Schützenbundes
statt, zu der 28 Vereine gekommen waren, wobei 23 zur Wiederbegründung
spontan bereit waren.
Der Wiederbeitritt zum Sauerländer Schützenbund ließ allerdings
noch auf sich warten, da zuvor noch Meinungsverschiedenheiten hinsichtlich
der Satzung ausgeräumt werden mussten. Erst am 19. März 1955
stand dieser Entscheid im Hotel Rauch in Attendorn auf der Tagesordnung
und wurde positiv beschieden.
Ab dem Jahre 1962 wurde der Schießsport im Kreis Olpe offiziell
in den Kreisschützenbund integriert. Erste Kreismeisterschaften wurden
im Jahre 1966 durchgeführt.
Im Jahre 1965 wurde dem Kreisschützenbund Olpe das Vertrauen des
Sauerländer Schützenbundes durch die Vergabe des 5. Bundesschützenfestes
an den St. Sebastianus-Schützenverein Olpe ausgesprochen.
Erstes Bundeskönigspaar aus dem Bereich des Kreisschützenbundes
Olpe wurden im Jahre 1974 beim 9. Bundesschützenfest in Anröchte
Anton und Hertha Schmelter vom Schützenverein Oberhundem.
Im Jahre 1980 fand dann auch das 11. Bundesschützenfest in Olpe statt.
Der Reigen der im Bereich des Kreisschützenbundes Olpe gefeierten
Bundesschützenfeste wird zur Zeit durch das 17. Bundesschützenfest
im Jahre 1998 in Altenhundem geschlossen.
Beim 18. Bundesschützenfest in Schmallenberg (2001) errang Jürgen
Stahl aus Rüblinghausen die Bundesschützenkönigswürde.
Zur Königin erkor er seine Frau Elisabeth.
Nach bereits seit Beginn der 70er Jahre geführten Diskussionen und
einem entsprechenden Beschluß 1979 fand 1981 dann auch das erste
Kreisschützenfest des Kreisschützenbundes Olpe statt, das danach
zu einer regelmäßigen und traditionellen Großveranstaltung
wurde.
Beim Kreisschützenfest 1994 wurde erstmals auch ein Kreis-Jungschützenkönig
ermittelt, was fortan zum geordneten Ablauf eines jeden Kreisschützenfestes
gehört.
Im Jahre 1998 wurde eine Kreisjungschützenabteilung gegründet,
der ein Kreisjungschützensprecher vorsteht.
Neben den hier bereits genannten Dingen wurden durch die Kreisvorstände
der letzten Jahre einige Neuerungen im Kreisschützenbund Olpe angeregt
und umgesetzt.
So findet seit 1993 alle drei Jahre eine gemeinsame Kreisschützenwallfahrt
aller Schützenvereinigungen des Kreises Olpe statt. Diese wird im
Wechsel vom Bezirksverband Wenden des Bundes der Historischen Deutschen
Schützenbruderschaften und dem KSB Olpe durchgeführt. Ebenso
wurden Kontakte mit dem Oberbergischen Schützenbund geknüpft
und ausgebaut.
Im Jahre 1996 wurde für den Kreisschützenbund Olpe ein neues
Wappen erstellt. 1997 wurde eine Standarte angeschafft, was im Vereinsleben
ob der Seltenheit dieses Ereignisses immer einen besonderen Punkt darstellt.
Im Jahre 1998 wurde vom Kreisschützenbund Olpe neben den Auszeichnungsmöglichkeiten
des SSB auch eine eigene Auszeichnung in Form eines gestickten Bildes
mit dem Wappen des Kreisschützenbundes Olpe und einer dazu gehörenden
Bandschnalle eingeführt. Diese Auszeichnung kann auch an Personen
verliehen werden, die sich - ohne selbst Schützen zu sein - um das
Schützenwesen im Kreis Olpe verdient gemacht haben. Das Wappenbild
sowie die Bandschnalle wurden vom damaligen Landrat des Kreises Olpe,
Hanspeter Klein als Zeichen für seine auch private Verbundenheit
zum Schützenwesen im Kreis Olpe gestiftet. Sie gilt als die höchste
im Kreisschützenbund Olpe zu verleihende Auszeichnung.
Ebenfalls im Jahre 1998 konnte der Kreisschützenbund auf sein 75jähriges
Bestehen zurückblicken und beging dieses Jubiläum am Samstag,
24. Oktober 1998 in Lenhausen unter Beteiligung zahlreicher Ehrengäste
und Gastvereine.
In der Pfarrkirche Lenhausen zelebrierte der Bundespräses ein Festhochamt
an dem 59 Fahnenabordnungen teilnahmen. Am abendlichen Festkommers nahmen
über 800 Schützen teil, darunter viele Vertreter aus Politik
und Gesellschaft. Der Landrat dankte dem KSB Olpe in besonderer Weise
durch die Überreichung eines Fahnenbandes.
Um Größe und Bedeutung des Kreisschützenbundes Olpe auch
nach außen einen größeren Ausdruck zu verleihen, wurden
weiterhin auch andere repräsentative Zeichen geschaffen. So wurden
z. B. die Kreiskönigskette und die Kreisjungschützenkönigskette umgearbeitet und neugestaltet, eine
Ehrenurkunde des Kreisschützenbundes sowie der Kreiskönigsorden
neu entworfen.
Um auch den Jungschützen
eine bessere Mitgestaltungsmöglichkeit zu geben, sind seit der Satzungsänderung des Jahres 2003 Kreisjungschützenkönig und Jungschützensprecher
stimmberechtigte Beiratsmitglieder .
Während des Bestehens des Kreisschützenbundes Olpe waren bisher
für dessen Geschicke als Kreisobersten verantwortlich:
1923 - 1927 Franz Schürmann, Attendorn
1927 - 1937 Gottfried Beule, Foerde-Grevenbrück
1937 - 1945 Walter Müller, Olpe
1945 - 1951 keine Amtsbesetzung
1951 - 1959 Rudolf Rettig, Grevenbrück
1959 - 1975 Willi Kemmerich, Attendorn
1975 - 1983 Karl Mertens, Maumke
1983 - 1992 Manfred Schröder, Olpe
1992 - 1999 Herbert Hesener, Heggen
1999 - 2007 Karl-Heinz Reuber, Iseringhausen
seit 2007 Martin Tillmann, Bilstein
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Quellenangaben:
Ausführlich können Sie die Geschichte des KSB nachlesen in
Chronik des Kreisschützenbundes Olpe e.V. 1923 - 1998
- Zur Geschichte des Schützenwesens im südlichen Sauerland
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herausgegeben vom Kreisschützenbund Olpe e.V. im Oktober
1998
aus Anlass des 75jährigen Jubiläums,
zusammengestellt von Herbert Hesener
Diese Broschüre können Sie per E-Mail unter service@kreisschuetzenbund-olpe.de
oder beim Kreisschatzmeister Matthias Baumeister (siehe Kontakt)
zum Preis von 5 EURO (€) plus Versandkosten bestellen.
Obiger Text entstammt im Wesentlichen dieser Chronik, insbesondere den
Texten von Günther Becker ("Zur älteren Geschichte des
heimischen Schützenwesens") und Herbert Hesener ("Der Schützenbund
des Kreises Olpe").
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