Newsletter Nr. 29 des Kreisschützenbundes Olpe v. 11.9.03
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Der heutige Newsletter widmet sich ausschließlich dem Europaschützenfest in Vöcklabruck. Der Artikel wurde von unserer Pressesprecherin Nicole Voss verfasst.
1000 Sauerländer Schützen beim Europaschützenfest in Österreich
Drei Tage Spaß, Stimmung und gute Laune - beim nächsten mal sind wieder alle dabei
--- Artikel von Nicole Voss, Meggen, veröffentlicht am 7.9.03 im Sauerland-Kurier ---
Kreisgebiet/Vöcklabruck. Ob Bruderschaften, Schützenvereine, Gilden, Schutterjen oder Bürgerwehren - die Schützen sind eine große Familie. In der europäischen Gemeinschaft Historischer Schützen (EGS) sind 28 Föderationen und Bünde aus 12 Ländern Europas zusammengeschlossen.
Rund 10.000 Schützen trafen sich am vergangenen Wochenende im österreichischen Vöcklabruck, dem historischen Ort, der in diesem Monat auf 650-jähriges Bestehen zurückblickt, um gemeinsam, organisiert von den dortigen Prangerschützen, das 14. Europaschützenfest zu feiern. Mit von der Partie etwa 1000 Schützen des Sauerländer Schützenbundes, unter ihnen auch 15 Vereine aus dem Kreisschützenbund Olpe. Während sich Einzelne bereits am Donnerstag auf die etwa 800 Kilometer lange Wegstrecke machten, ging es für die St.-Anna-Bruderschaft aus Lenhausen mit dem amtierenden Kreisjungschützenkönig Christopher Dröge, dem ehemaligen Kreiskönig Paul Bischoff sowie dem Vorstand des Kreisschützenbundes und ihren Frauen am Freitagmorgen um 6 Uhr auf die Reise.
Und die hatte der Schatzmeister des Kreisschützenbundes Olpe, Matthias Baumeister, bereits vor über zwei Jahren eigenhändig ausgekundschaftet und organisiert. Nachdem auch die letzten an der Haltestelle angekommen und ausreichend gekühlte Getränke an Bord waren, ging es gut gelaunt los.
Mit einer halben Stunde Verspätung an der Autobahnauffahrt angekommen, stellt sich der - wie sich später noch öfter zeigen sollte - geduldige Busfahrer mit einem freundlichen "Hallo, ich bin der Achmed" vor. Noch die Strapazen der kurzen Nacht in den Knochen gibt's Drolshagener Hausmarke für den Kreislauf. Um kurz nach neun eine erste Pause am Rasthaus im Spessart, wo man auch schon die ersten bekannten Gesichter sehen konnte. Andrea Berg ist ebenfalls zugestiegen und sorgt für die passende Musik und Stimmung im Bus. Vereinzelt wird Doppelkopf gespielt. Einige Schützen lassen das vorherige Europaschützenfest im niedersächsischen Garell noch einmal Revue passieren. Um kurz nach 16 Uhr ist die österreichische Grenze erreicht. Nur noch zwei Stunden und das Ziel ist erreicht. Eben frisch gemacht und schon trifft man sich zur gemütlichen Runde, um den weiteren Ablauf des Festes zu besprechen. Kurz ist auch die nächste Nacht, doch echte Schützen haben damit kein Problem. Nach dem ausgiebigen Frühstück geht's mit Achmed und seinem Bus zum zwölf Kilometer entfernten Ort des Geschehens. Alleine die unterschiedlichen Uniformen der Angereisten, unter anderem aus Polen, Holland oder Belgien, sorgen für eine wahre Augenweide. Schnell geht die Schützenkappe rum, denn echte Schützen trinken und feiern gemeinsam. Und auch die polnischen Gäste, die jedes Jahr das Altenhundemer Schützenfest bereichern, kreuzen den Weg.
Mit fortschreitender Zeit steigt die Spannung. Christopher Dröge hat sich entschlossen beim Europa-Jungschutzenkönigsschießen draufzuhalten. Schnell noch begleitet vom Kreisvorstand die Schießnummer abholen und dann kann es losgehen. Als "Nummer 16" unter 80 Anwärtern geht der 20-Jährige, der nach eigener Aussage nicht nervös ist, sondern sich auf den Schusswechsel freut, ans Gewehr und das nicht ohne lautstarke Anfeuerungsrufe. Wenige Meter entfernt versuchen sich der amtierende Bundeskönig Jürgen Stahl (Rüblinghausen) und VizeKreiskönig Klaus Langer (Iseringhausen) für die nächste Runde zu qualifizieren. Diejenigen, die die spannenden Schusswechsel im Sauerland gewohnt sind, bei denen der Vogel Federn lassen muss und das Raunen der Zuschauer die Spannung anheizt, bereitet ein derartiges Schießen fast Kopfschmerzen. Mit Kleinkalibermunition wird auf eine Holzlatte geschossen, an der ein Auerhahn befestigt ist. Lediglich zwei Schützen vor und zwei nach dem siegreichen Schützen ziehen in die nächste Runde. Für Jürgen Stahl und Klaus Langer ist das Schießen nach der ersten Runde beendet und die Trauer schon ein bisschen sichtbar. Aus dem Bereich des SSB schafft es lediglich Hubertus Hartmann aus Anröchte in die Runde der letzten 25. Zum ersten Mal in der Geschichte der Europaschützenfeste sichert sich ein Pole die Königskette. Etwas anders sieht es in der Riege der Jungschützen aus. Die Nummer 2, ein Niederländer, schnappt Christoph Dröge die Königskette fast vor der Nase weg. Kurze Zeit später, vom Stadion in der angrenzenden Halle angekommen, geht bei den Schützen aus dem Kreis Olpe die Post ab.
Und das, obwohl in der Halle lediglich die Musikkapelle Vöcklabruck aufspielte und in den Zelten weitere Kapellen vermisst werden, abgesehen von "Musik mit Witz von Kurt und Fritz" serviert vom Plattenteller.
Unter dem Motto "Unterwegs zu den Menschen" steht die heilige Messe am Sonntagmorgen, zu der sich rund 3000 Schützen mit 71 Fahnen und Standarten in der Reva-Halle einfinden. Im Klingelbeutel sind schnell 5119 Euro für den guten Zweck zusammengekommen.
Die Ansprachen bringen es noch mal deutlich zum Ausdruck, dass die Schützen in einer Welt, die sich globalisiert, die Heimat nicht vergessen, und dass Europa in den Herzen der Menschen zusammenwachse. Schütze komme von Schutz, gleichzusetzen mit Wohlfühlen - und das war nicht zu übersehen, Lange ziehen sich die Ansprachen hin, eigentlich soll bereits vor Mittag der große Festzug beginnen. Nachdem dieser zweimal verschoben wird, zieht es den Kreisvorstand mit dem von Kreisoberst Karl-Heinz Reuber selbst gestalteten Schild zum Antreten. Doch nichts passiert. Bei der Einweisung der Zugteilnehmer lässt jegliche Organisation zu wünschen übrig und so harren die Schützen eine weitere Stunde im strömenden Regen aus, bis zu guter Letzt der Festzug mittendrin abgebrochen wird. Ab 17 Uhr marschieren die ersten aus der Halle. Kein Problem - mit guten Freunden lässt es sich auch im Hotel gemütlich zusammensitzen. Und eins steht jetzt schon fest: Wenn vom 25. bis 27. August 2006 im niederländischen Heeswijk (Gemeinde Bernheze) das 15. Europäische Schützen-Treffen stattfindet, wird das Gemeinschaftserlebnis und der Kameradschaftsgedanke ebenso im Vordergrund stehen wie der sportliche Wettkampf und lange Traditionen, werden zahlreiche Schützen aus dem Kreis Olpe erneut anstimmen "Da sin mer dabei, dat is prima".
Doch zunächst trifft man sich vom Freitag, 26. September, bis Sonntag, 28. September, auf dem Kreisschützenfest in Rüblinghausen.